Seit dem Beginn der Corona-Pandemie Ende 2019 hat sich das SARS-CoV-2-Virus kontinuierlich verändert. Was mit dem Wildtyp aus Wuhan begann, entwickelte sich über Alpha, Delta und Omikron zu den heute zirkulierenden Varianten Nimbus, Stratus und Cicada. In diesem Artikel geben wir Ihnen einen umfassenden Überblick über alle wichtigen Corona-Varianten — von den Anfängen bis zum aktuellen Stand im März 2026.
Corona im Wandel der Zeit — Von Alpha bis Nimbus
Viren mutieren ständig. Bei jedem Replikationszyklus können kleine Veränderungen im Erbgut (RNA) auftreten. Die meisten dieser Mutationen sind unbedeutend, aber einige können die Eigenschaften des Virus verändern — etwa die Übertragbarkeit, die Fähigkeit zur Immunflucht oder den Schweregrad der Erkrankung.
Bei SARS-CoV-2 führten solche Mutationen seit 2020 zu einer Reihe von sogenannten „besorgniserregenden Varianten" (Variants of Concern, VOC). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) benennt diese Varianten nach griechischen Buchstaben — Alpha, Beta, Delta, Omikron — um Stigmatisierungen bestimmter Herkunftsländer zu vermeiden. Seit 2025 werden neue Varianten zusätzlich mit Wetternamen versehen: Nimbus, Stratus, Cicada.
Die Entwicklung verlief in Wellen: Der ursprüngliche Wildtyp dominierte 2020, wurde von Alpha (Ende 2020) verdrängt, dann von Delta (Mitte 2021), und schließlich übernahm Omikron ab Januar 2022 die Vorherrschaft. Seitdem stammen alle dominierenden Varianten aus der Omikron-Familie.
Die wichtigsten Corona-Varianten seit 2020
Alpha (B.1.1.7) — Ende 2020
Die Alpha-Variante wurde im September 2020 in Großbritannien entdeckt und war die erste offiziell als „besorgniserregend" eingestufte Variante. Sie war etwa 40-70 % ansteckender als der Wildtyp. Im Frühjahr 2021 dominierte Alpha in Europa und Nordamerika, bevor Delta sie verdrängte. Alpha ist seit Mitte 2021 praktisch nicht mehr im Umlauf.
Delta (B.1.617.2) — 2021
Delta wurde im Oktober 2020 in Indien entdeckt und verbreitete sich ab Frühjahr 2021 weltweit. Die Variante war deutlich ansteckender als Alpha und konnte auch Geimpfte leichter infizieren, wobei schwere Verläufe bei Geimpften selten blieben. Delta verursachte weltweit schwere Wellen, wurde aber Ende 2021 von Omikron abgelöst.
Omikron (B.1.1.529) — Ab Ende 2021
Omikron markierte einen Wendepunkt in der Pandemie. Die im November 2021 in Südafrika entdeckte Variante zeichnete sich durch eine außergewöhnlich hohe Zahl von Mutationen aus — über 30 allein im Spike-Protein. Omikron war zwar deutlich ansteckender als alle Vorgänger, verursachte aber in der Regel mildere Verläufe.
Seit Januar 2022 ist Omikron die weltweit vorherrschende Variante. Innerhalb der Omikron-Familie folgte eine rasche Abfolge von Untervarianten: BA.1 und BA.2 (Anfang 2022), BA.4 und BA.5 (Sommer 2022), XBB (Ende 2022/2023), JN.1 (Ende 2023/2024), KP.3 (Mitte 2024) und schließlich die heute zirkulierenden Varianten Nimbus (NB.1.8.1), Stratus (XFG) und Cicada (BA.3.2).
Aktuelle Varianten in Deutschland (März 2026)
Laut der jüngsten Auswertung des Robert Koch-Instituts (RKI) verteilen sich die Corona-Infektionen in Deutschland im März 2026 auf drei Hauptvarianten. Die Gesamtinzidenz ist im Vergleich zur Pandemie deutlich niedriger, aber das Virus zirkuliert weiterhin — insbesondere in der Erkältungssaison.
Nimbus (NB.1.8.1) — Die aktuell dominierende Variante
Anteil in Deutschland: 62 % aller sequenzierten Fälle (Stand März 2026)
Nimbus gehört zur Omikron-Familie und hat sich seit Ende 2025 als dominierende Variante in Deutschland etabliert. Was Nimbus von früheren Varianten unterscheidet, ist ein auffälliges Symptom: ein starker, stechender Halsschmerz, der von Betroffenen als „Rasierklingen-Halsschmerzen" beschrieben wird. Etwa 60-65 % der Infizierten berichten von diesem Symptom, das typischerweise in den ersten 1-2 Tagen auftritt und um Tag 2-3 seinen Höhepunkt erreicht.
Weitere häufige Symptome sind Schnupfen, verstopfte Nase, Heiserkeit, leichter Husten, Müdigkeit, Gliederschmerzen und gelegentlich Übelkeit oder Durchfall. Geschmacks- und Geruchsverlust tritt seltener auf als bei früheren Varianten.
Die WHO stuft das Risiko als gering ein. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Nimbus schwerere Verläufe verursacht als die Vorgängervarianten.
Stratus (XFG) — Rückläufig, aber noch präsent
Anteil in Deutschland: 24 % (sinkend)
Die Stratus-Variante (XFG) ist ein sogenannter Rekombinant — eine Hybridform, die aus der Kreuzung zweier Omikron-Untervarianten (LF.7 und LP.8.1.2) entstanden ist. Stratus wurde erstmals in Südostasien nachgewiesen und dominierte in den USA im Sommer 2025 mit bis zu 79 % der Fälle.
In Deutschland ist der Anteil von Stratus seit Jahresbeginn rückläufig, da Nimbus die Variante zunehmend verdrängt. Die Symptome ähneln anderen Omikron-Varianten, wobei Halsschmerzen das häufigste Symptom sind. Die aktuellen COVID-19-Impfstoffe (Saison 2025-2026, basierend auf LP.8.1) bieten einen guten Schutz gegen schwere Verläufe.
Cicada (BA.3.2) — Die aufsteigende Variante
Anteil in Deutschland: 9 % (steigend)
Die Cicada-Variante ist die am stärksten mutierte unter den aktuellen Varianten. Mit über 50 Mutationen allein im Spike-Protein und mehr als 100 Mutationen insgesamt (verglichen mit dem Wuhan-Wildtyp) hat BA.3.2 eine bessere Fähigkeit zur Immunflucht als ihre Vorgänger.
Der Name „Cicada" (Zikade) spielt darauf an, dass die BA.3-Linie — ähnlich wie die Insekten, die jahrelang unter der Erde leben — lange Zeit kaum nachweisbar war, bevor sie plötzlich wieder auftauchte. Die Variante wurde am 29. April 2025 erstmals in Deutschland nachgewiesen. Am 5. Dezember 2025 stufte die WHO sie als „Variant Under Monitoring" (VUM) ein.
Trotz der vielen Mutationen gibt es bisher keine Hinweise auf schwerere Krankheitsverläufe. Experten beobachten Cicada jedoch aufmerksam, da ihr Anteil stetig zunimmt und sie das Potenzial hat, Nimbus als dominierende Variante abzulösen.
Übersichtstabelle: Corona-Varianten März 2026
| Variante | Pango-Linie | Anteil DE | Übertragbarkeit | Schweregrad | Impfschutz |
|---|---|---|---|---|---|
| Nimbus | NB.1.8.1 | 62 % | Hoch | Gering | Gut |
| Stratus | XFG | 24 % (sinkend) | Mittel-Hoch | Gering | Gut |
| Cicada | BA.3.2 | 9 % (steigend) | Hoch | Gering | Eingeschränkt |
VOC und VOI — Wie werden Varianten klassifiziert?
Die WHO und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) verwenden ein dreistufiges System zur Klassifizierung von SARS-CoV-2-Varianten:
Variant of Concern (VOC) — Besorgniserregende Variante: Weist nachgewiesene Veränderungen auf, die die Übertragbarkeit, den Schweregrad oder die Wirksamkeit von Impfstoffen und Therapien beeinflussen. Beispiele: Alpha, Delta und Omikron wurden als VOC eingestuft.
Variant of Interest (VOI) — Variante von Interesse: Besitzt genetische Veränderungen, die die Viruseigenschaften potenziell beeinflussen könnten, aber noch nicht ausreichend belegt sind. Wird genauer beobachtet.
Variant Under Monitoring (VUM) — Variante unter Beobachtung: Zeigt genetische Auffälligkeiten, die auf veränderte Eigenschaften hindeuten könnten, aber noch nicht als VOI oder VOC eingestuft werden. Cicada (BA.3.2) wurde am 5. Dezember 2025 als VUM klassifiziert.
Das RKI veröffentlicht regelmäßig aktualisierte Daten zur Variantenverteilung in Deutschland auf seiner Webseite zu virologischen Basisdaten.
Erkennen Schnelltests die aktuellen Varianten?
Ja. Alle gängigen Antigen-Schnelltests erkennen die aktuell zirkulierenden Varianten Nimbus, Stratus und Cicada zuverlässig. Der Grund: Antigen-Schnelltests weisen das Nukleokapsid-Protein (N-Protein) des Virus nach — und dieses Protein ist über alle Omikron-Untervarianten hinweg weitgehend konserviert, also kaum verändert.
Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat in seinen laufenden Evaluierungen bestätigt, dass die Mehrzahl der zugelassenen Schnelltests auch gegen die neuesten Varianten wirksam ist. Wichtig ist: Testen Sie möglichst früh bei Symptombeginn (Tag 1-2), da die Viruslast in dieser Phase am höchsten ist und die Schnelltests am zuverlässigsten ansprechen.
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Schutzmaßnahmen 2026
Auch wenn die Pandemie offiziell für beendet erklärt wurde, bleibt Eigenvorsorge wichtig — insbesondere für Risikogruppen wie ältere Menschen, Immungeschwächte und chronisch Kranke.
Impfung: Die aktuellen COVID-19-Impfstoffe der Saison 2025-2026 sind an die LP.8.1-Linie angepasst, die eng mit der Stratus-Variante (XFG) verwandt ist. Die STIKO empfiehlt eine jährliche Auffrischungsimpfung für Risikogruppen und Personen ab 60 Jahren. Der Impfschutz gegen schwere Verläufe ist auch bei Nimbus und Cicada gegeben, auch wenn die Wirksamkeit gegen symptomatische Infektionen bei Cicada etwas geringer ausfällt.
Testen: Bei Erkältungssymptomen, insbesondere dem für Nimbus typischen starken Halsschmerz, hilft ein Schnelltest, Klarheit zu schaffen. So können Sie eine Ansteckung Ihrer Mitmenschen — insbesondere vulnerabler Kontaktpersonen — verhindern.
Hygiene: Regelmäßiges Händewaschen, Lüften geschlossener Räume und das Tragen einer Maske bei Atemwegssymptomen bleiben einfache, aber wirksame Maßnahmen.
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Häufig gestellte Fragen
Welche Corona-Variante ist aktuell in Deutschland dominant?
Im März 2026 ist Nimbus (NB.1.8.1) mit einem Anteil von 62 % die dominierende Variante in Deutschland. Stratus (XFG) folgt mit 24 % (Tendenz sinkend) und Cicada (BA.3.2) mit 9 % (Tendenz steigend). Alle drei gehören zur Omikron-Familie.
Ist die Cicada-Variante gefährlich?
Trotz ihrer außergewöhnlich hohen Mutationszahl (über 50 im Spike-Protein) verursacht Cicada nach bisherigen Erkenntnissen keine schwereren Verläufe als ihre Vorgänger. Die WHO stuft das Risiko als gering ein. Cicada wird jedoch als „Variant Under Monitoring" beobachtet, da sie sich zunehmend verbreitet und eine verbesserte Immunflucht aufweist.
Erkennen Schnelltests die Nimbus-Variante?
Ja. Antigen-Schnelltests weisen das N-Protein nach, das bei allen Omikron-Untervarianten — einschließlich Nimbus, Stratus und Cicada — weitgehend unverändert ist. Das Paul-Ehrlich-Institut bestätigt die Wirksamkeit der zugelassenen Tests gegen die aktuellen Varianten.
Gibt es einen angepassten Impfstoff gegen die aktuellen Varianten?
Ja. Die COVID-19-Impfstoffe der Saison 2025-2026 sind an die LP.8.1-Linie angepasst und bieten Schutz gegen schwere Verläufe — auch bei Nimbus und Cicada. Die STIKO empfiehlt eine jährliche Auffrischung für Risikogruppen.
Was sind typische Symptome der Nimbus-Variante?
Das auffälligste Symptom ist ein starker, stechender Halsschmerz, der als „Rasierklingen-Halsschmerzen" beschrieben wird und bei etwa 60-65 % der Infizierten auftritt. Weitere Symptome sind Schnupfen, Husten, Müdigkeit, Gliederschmerzen und gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden. Schwere Verläufe sind selten.


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